Am Freitagmorgen trafen sich 11 Piloten unseres Clubs an der Alp Scheidegg im Zürcher Oberland. Nach einem gemeinsamen Briefing und einer Besichtigung des Landeplatzes ging es an den Startplatz, wo wir uns zunächst in der Wirtschaft mit belegten Brötli und Kaffee stärkten.

Wie prognostiziert zogen die Schleierwolken, die am Morgen noch den gesamten Himmel bedeckt hatten, langsam nach Osten ab. Damit befanden wir uns genau am richtigen Ort, mit angenehmer Westwind und gute Thermik. Wie üblich, eröffnete unser Clubpräsident den Flugtag – und schon bald zeigte sich, dass der Tag einiges zu bieten hatte.

Während rund vier Stunden konnten wir bei angenehmen thermodynamischen Bedingungen fliegen und natürlich durfte auch das eine oder andere Toplanden nicht fehlen.

 Nur knapp 100 Meter neben uns waren gleichzeitig die Modellflieger unterwegs. die mit zahlreiche Luftpiroetten uns zusätzlich unterhalten haben.

 

Gegen 16 Uhr hiess es dann: Abfahrt Richtung Fiss. Unser Ziel war klar – rechtzeitig zum Znachtessen im Hotel eintreffen. Leider hatten wir die Rechnung ohne den Freitagnachmittagsverkehr gemacht. Feierabendverkehr, Baustellen und mehrere Unfälle sorgten für teilweise bis zu zwei Stunden Verzögerung. Trotzdem schafften es bis 22 Uhr alle 17 Teilnehmer nach Fiss.

Auf Empfehlung von Helmut bezogen wir das Hotel Cores, das uns mit seinen grosszügigen, luxuriösen, preiswerten Zimmern und einem hoteleigenen Spa sofort begeisterte. Nach der langen Anreise war die Vorfreude auf den nächsten Flugtag entsprechend gross.

 

Samstag – ein Hammertag kündigt sich an

 

Am Samstagmorgen um 8:30 Uhr versammelten sich alle am Frühstückstisch zum ausführlichen Briefing. Die sehr guten Wetterprognosen hatten sich glücklicherweise von Tag zu Tag bestätigt – ein „potenzieller Hammertag“ stand bevor.

Gemeinsam ging es Richtung Bergstation „Schönjoch“. Dort erwartete uns neben einer beeindruckenden Berglandschaft mit tiefblauem Himmel auch einiges an Leben: Unter anderem waren viele Künstler damit beschäftigt, aus Holz eindrucksvolle Skulpturen zu schnitzen.

Nach einer kurzen Wartezeit am Startplatz machte einmal mehr der Clubvorstand den Anfang und zeigte eindrücklich, wie es geht. Nach etwa einer halben Stunde des Kämpfens war es dann geschafft: Der Startplatz war überhöht und der Flugtag nahm richtig Fahrt auf.

Im Verlauf des Tages stieg die Basis von zunächst rund 2’800 Metern über Meer auf 3’200 Meter und schliesslich auf erstaunliche 4’000 Meter. In diesen Höhen zeigten sich dann auch unerwartete Flugpartner: In grosser Zahl tauchten Geier auf und zogen gemeinsam mit uns ihre Kreise.

So konnten wir den Samstag voll auskosten. Am Abend kamen alle Piloten sicher wieder am Boden an. Danach liessen wir den erfolgreichen Flugtag mit einigen gemütlichen Stunden in der hoteleigenen SPA und später bei einem italienischen Essen und gemeinsam ausklingen.

 

Sonntag – fliegbar trotz Lee

Auch am Sonntagmorgen trafen wir uns um 8:30 Uhr zum ausführlichen Briefing. Die Wetterlage präsentierte sich diesmal etwas anspruchsvoller: Im Laufe des Tages sollte sich ein zunehmendes Lee am Hausberg entwickeln. Gleichzeitig blieb die Labilität hoch.

Trotz dieser nicht ganz einfachen Ausgangslage kamen auch am Sonntag alle Piloten in die Luft. Die thermischen Bedingungen präsentierten sich angenehm und gut nutzbar. Mit Steigwerten von bis zu rund 3 m/s konnten wir noch einmal einige schöne Flugstunden geniessen.

Erst im Verlauf des Tages machte sich die zunehmende Überspühlung bemerkbar. Gegen 14 Uhr standen schliesslich alle wieder sicher am Boden.

Damit ging ein rundum gelungenes Clubwochenende zu Ende. Nach drei abwechslungsreichen Flugtagen, vielen gemeinsamen Erlebnissen, hervorragenden thermischen Bedingungen und zahlreichen sicheren Landungen hiess es Abschied nehmen. Die Gruppe machte sich wieder auf den Heimweg – mit vielen schönen Eindrücken und hoffentlich schon etwas Vorfreude auf das nächste Clubwochenende.

Ein grosses Dankeschön an alle, die dabei waren, und insbesondere an die Organisatoren für dieses gelungene Wochenende

 

Sebastian Botta