Ich hatte mir wirklich viel Mühe gemacht, einen interessanten Task zu setzen. Womit ich nicht gerechnet hatte: Die Anzahl der erflogenen Wendepunkte war für eine Platzierung unter den Top 10 gar nicht so entscheidend ☺️

Doch der Reihe nach: 

Schon einige Tage im Voraus wurde klar, dass der Cup durchgeführt werden kann. Ob “Ridge Race” oder “Pokern” würde man noch sehen – aber die Prognosen sahen vielversprechend aus.

Also kauften Nilia und ich am Freitag ordentlich ein für den anschliessenden Grillplausch, und ich setzte mich dann bis weit nach Mitternacht ans Tasksetting. Ich wollte etwas Neues probieren, ohne das bewährte “Ridge Race” ganz aus den Augen zu verlieren. Gar nicht so einfach!

Ich dehnte die Aufgabe auf 3 Wendepunkte aus, die man so oft wie möglich in der korrekten Reihenfolge abfliegen musste. Wichtig war mir dabei auch, dass es einige taktische Möglichkeiten gab.

 

 

Meine Überlegungen beim Tasksetting:

  1. Wendepunkt, etwas nördlich des Wiesenbergs gelegen, mit einem grossen Radius von 1.5km – diesen konnte man weit südlich in (vielleicht) besser Luft holen – dafür lag das Zentrum so weit nördlich, dass man bei einer nördlicheren Linie die kürzere Distanz und auch deutlich tiefer fliegen konnte
  2. Wendepunkt, am nördlichen Ende der Aleten gelegen mit 700m Radius – dieser liess ein leeseitiges “anschneiden” fast nicht zu, da der Radius genau dafür etwas kleiner gewählt wurde
  3. Wendepunkt fast beim Geitenberg, mit nur 200m Radius, ebenfalls nur mit genügend Höhe zu holen, weil einem sonst das Gelände resp. die Bäume “im Weg standen”

Samstag 01:30 war ich dann happy mit den Feinheiten, hatte alle Unterlagen, QR-Codes, Karten, Lufträume und das Briefing bereit – ich durfte ins Bett.

Samstag Mittag trafen wir uns dann am Startplatz – die Bedingungen sahen schwieriger aus als prognostiziert, aber fliegbar. Wir hatten also ausführlich Zeit für Gespräche, Grill und ein ausführliches Briefing (inklusive Flugcomputer-Notfallhilfe für den ein oder anderen)

Die Entscheidung zum “Ridge Race” war fix – bei den Bedingungen wäre aber auch “Pokern” spannend geworden.

Der Airstart wurde zuerst auf 14:30 festgelegt, als ich dann aber sah, dass kurz davor einige Piloten noch nicht in der Luft waren, verschob ich diesen kurzfristig auf 15:00 – mit einer Task-Deadline bis 17:30 konnte man so immer noch zweieinhalb Stunden im Kreis fliegen.

Vor dem Airstart war es gar nicht mal so einfach durch die Inversion hochzukommen – einige Teilnehmer schauten uns deshalb leider schon rasch vom Landeplatz aus zu. Pünktlich zum Taskstart ging es dann aber hoch bis an die TMA – und zum Teil auch darüber.. Bei der Nulltoleranz gegenüber Luftraumverletzungen musste man schon sehr gut aufpassen – ein einziger Trackpunkt im Logfile in einem der Lufträume (TMA 3 Basel, TMA 1 Basel, Geitenberg und Bürten Schutzzone) bedeutete “Game Over”.

Um diesem Problem aus dem Weg zu gehen, flog ich selbst eine sehr tiefe Linie, was auch gut und schnell funktioniert hat – bis ich dann nach einigen Runden in Reigoldswil in die stabile Schicht flog und abstand. Ende der Vorstellung – 14 Runden und Zeit zum Nachdenken am Boden.

Am Briefing hatte ich noch erklärt: „Gewinnen kann man eigentlich nur, wenn man die volle Zeit ausfliegt.“

Tja. Am Ende waren vier Piloten wegen (teilweise sehr knapper) Luftraumverletzungen raus, andere standen am Boden – und plötzlich war klar: Wer nicht absteht und nicht disqualifiziert wird, ist schon weit vorne.

Um 17:30 waren einige leider schon weg, aber der harte Kern durfte sich über kalte Getränke, heissen Grill und perfektes Sommerwetter freuen. Nilia hat uns dann noch mit einem riesigen Blech Schokokuchen überrascht – und damit den Tag endgültig abgerundet.

Fazit: Ein richtig schöner, chaotischer und lehrreicher Tag mit der besten Truppe.

 

 
 
Rang Pilot Runden Zeit last TP UTC Schirmkategorie Faktor gewichtete Runden
1 Manuel Vetterli 16   EN-C 1.2 19.2
2 Jörg Rieder 9   EN-C 1.2 10.8
3 Helmut Trampitsch 6   EN-C 1.2 7.2
4 Gerry Walthert 4 13:40:28 EN-B 1.4 5.6
5 Luca Osswald 4 13:43:38 EN-B 1.4 5.6
6 Nadja Rohrbach 4 15:21.24 EN-B 1.4 5.6
7 Werni Kiefer 3 13:29:12 EN-B 1.4 4.2
8 Benjamin Baumgartner 3 13:43:55 EN-B 1.4 4.2
9 Martin Müller 3 13:26:37 EN-C 1.2 3.6
10 Florian Kirschbaum 3 13:31:22 EN-C 1.2 3.6