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Fliegen im Februar bei uns

In der letzten Zeit hatten wir öfters Südwind-Lagen: Manchmal eher Südost, manchmal eher Südwest. Am Dienstag, 13. Februar war schönes Wetter angesagt, der Wind wurde mit gut 20 km/h und 28 km/h Böen aus Südost angegeben. Leider wurden auch tiefe Temperaturen prognostiziert.

Also Top-Soaring-Bedingungen für unseren Süd-Startplatz unterhalb des Chellenchöpflis: Gegen 14.00 bin ich dort und es ist ein Prachtswetter (Bilder). Ich lege meinen Schirm aus, den es zuerst ein paar Mal verhudelt. Dann Schirm aufziehen und irgendwie ist es nicht gut, also Abbruch. Und tatsächlich der Wind hat fast nach Ost gedreht. Schirm ein bisschen in den Wind auslegen und ab geht es: Der Krete entlang zum Passwang, das mit flottem Tempo und praktisch ohne zu kreisen.

Während des Flugs den vielen Wanderern zuwinken und an der Krete ein bisschen hin und her fliegen. Beim Anfliegen des Startplatzes, merke ich, dass es dort sehr turbulent geworden ist. Also mal sehen, ob man am Hangfuss landen kann. Dort ist der Aufwind aber so stark, dass man immer wieder massiv steigt und nur mit grossen Ohren oder Abspiralen landen könnte. Also nochmals zum Passwang, wo der Wind zwar auch stark ist, dafür sehr gleichmässig. Mittlerweile ist auch der Akku der Handschuhheizung leer, also ist eine Landung beim wunderbar verschneiten Restaurant Ober Passwang angezeigt. Während des Landanflugs kreuzt ein Super Puma der Schweizer Armee nur wenige Meter über dem Rastplatz beim Passwang meinen Flugweg. Wäre dieser eine Minute früher dort gewesen, hätte er mich wegrasiert. Naja. Ein Flug von einer Stunde bei phantastischem Wetter ist trotz dieser Unannehmlichkeit eine tolle Ausbeute für Mitte Februar.

Am Mittwoch, 14. Februar hiess es, dass sich die Wolken am Nachmittag auflösen würden und der Wind nur max. 10 km/h aus Süd sein würde. Etwas knappe Windverhältnisse zum Soaren, aber probieren geht über studieren. Also auch wieder zu gleichen Zeit am Startplatz Chellenchöpfli. Dieses Mal habe ich noch die Helmkamera dabei (wer es sich antun will, darf das Filmchen ansehen). Die Wolken lösen sich langsam auf, ab und zu scheint die Sonne, also Schirm auslegen und ab geht’s. Tatsächlich ist es viel ruhiger als am Vortag. Man muss jedes kleinste Steigen ausnutzen, so reicht es gerade um alles zu überhöhen. Zwar geht es nicht wie am Dienstag bis auf 1400m Höhe, dafür ist der Wind zu schwach. Dafür kann ich es wagen nach Reigoldswil zu fliegen. Am Dienstag, bei Wind von über 30 km/h, hatte ich das nicht gewagt. Während des Flugs über die Kreten des Vogelbergs spüre ich die Leewellen und über dem Hoggen steigt es wieder deutlich. Ab etwa 900m Höhe wird dort der Schirm dabei etwas flatterhaft. Auch jetzt ist der Handschuh-Akku wieder leer, also ab zur Landung beim Hof Hoggen.

Der Dienstag war also etwas anspruchsvoll, vielleicht vergleichbar mit einem aktiven Frühlingstag und der Mittwoch war einfach sanft und schön. Wer den feuchten Dreck, bei den nicht schneebedeckten Landeplätzen, nicht scheut, der kann auch jetzt fliegen, bis er oder sie kalt hat. Ich meine, es lohnt sich.

Thomas Schwarb, Präsident DPCH

 

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