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Thermik-Höck zum Thema Gleitschirm-Streckenfliegen

Am 1. Februar 2018 war der Thermik-Höck dem Thema Gleitschirm-Streckenfliegen gewidmet. Gut 30 Clubmitglieder und 7 Piloten von Nachbarclubs nahmen am Anlass teil.

Der Streckenflug-Crack Philipp Steinger führte uns in die verschiedenen Aspekte des Streckenfliegens, oder besser des gesagt des Lang-Streckenfliegens, ein und zeigte uns wunderbare Fotos und Filmausschnitte.

Die wichtigsten Erkenntnisse waren:

  • Streckenflug-Cracks werden nicht geboren. Die Fähigkeiten müssen durch sehr, sehr viele Flüge erlernt werden.
  • Man muss so viel fliegen, dass man einen Job haben muss, der das ermöglicht. Philipp Steinger hat glücklicherweise einen Job, bei dem er sehr flexibel arbeiten kann und deshalb ist er bei Flug-Wetter fast immer in der Luft.
  • Die Vorbereitungen des Streckenflugs anhand der Meteosituation, der Lufträume und der Flugtaktik sind wichtig. Aber man sollte die wesentlichen Streckenabschnitte und Schlüsselstellen eigentlich schon kennen.
  • Ein langer Flug erfordert es, dass man so früh wie möglich startet, das heisst, man sollte dann starten, wenn man nicht mehr absäuft. Es kann durchaus sinnvoll sein, zuerst eine Stunde im Startgebiet die Höhe zu halten um beim Einsetzen der Thermik sofort wegfliegen zu können.
  • Thermik lesen, erfordert eine permanente Beobachtung der Umgebung: Der Wolken, der Vögel, der anderen Piloten, der Bodenbeschaffenheit und Besonnung, der Bäume, von Rauch usw.
  • Wenn die Thermik genügend gut ist, fliegt man Schläuche nicht weiter aus, wenn das Steigen bescheiden geworden ist. Nur so schafft man grössere Strecken. Anfänger nehmen vielleicht besser noch möglichst viel Höhe mit, erfahrene Piloten fliegen weg, sobald sie genügend Höhe haben, um den nächsten Schlauch zu erreichen. Ist man aus dem Flachland angereist, sollte man besser nicht längere Zeit auf Höhen von 4000m und mehr fliegen.
  • Bei genügender Höhe gleitet man immer beschleunigt, um eine gute Durchschnittsgeschwindigkeit zu erreichen.
  • Gegenwind ist Gift für einen langen Streckenflug. Aber manchmal ist der Wind doch kleiner als vorausgesagt oder es gibt Flughöhen, die ein gutes Vorwärtskommen immer noch ermöglichen.
  • Am Abend oder nach Sonnenuntergang muss der Flug noch nicht beendet sein. Laminare Aufwinde, Umkehrthermik usw. ermöglichen manchmal noch einige Zusatzkilometer.

Zum Abschluss hat Philipp Steinger noch Empfehlungen zur Ausrüstung gegeben. Falls Ihr an Details interessiert seid, wendet euch an ein Mitglied das teilgenommen hat. Was Philipp nicht explizit gesagt hat: Irgendwann müsst Ihr auch eine Kreditkarte und/oder Euros mitnehmen, damit ihr etwas zu essen und zu trinken kaufen könnt und nicht draussen schlafen müsst ;-).

Tommy Schwarb


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